Die vierte Veranstaltung aus der Arbeitskammer-/BEST-Reihe "Innovationen sozial gestalten" befasste sich am 5. Mai 2015 mit dem Thema "Gute Arbeit im digitalen Zeitalter". Im Mittelpunkt stand dabei die Digitalisierung im Dienstleistungssektor .

Der digitale Wandel betrifft alle Bereiche der Wirtschaft und beileibe nicht nur die Industrie, sondern ganz besonders auch den Dienstleistungssektor, in dem rund 70 Prozent aller saarländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Die Arbeitskammer des Saarlandes fordert daher eine intensive Debatte über die „Dienstleistungsarbeit 4.0“. AK-Hauptgeschäftsführer Horst Backes sagte im Rahmen der Veranstaltung, wenn man den Mensch in den Mittelpunkt der Diskussion rücke, könne man eigentlich nicht mehr nach Branchen oder Technik entscheiden: „Dann muss es am Ende darum gehen, wie ganz allgemein die Arbeitswelt 4.0 zu definieren und zu gestalten ist.“

Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung von Arbeitskammer, BEST und der Gewerkschaft ver.di erklärte Dorothea Voss von der Hans-Böckler-Stiftung, dass „gute Arbeit“ grundsätzlich auch mit zunehmender Digitalisierung möglich sei. Speziell bei sozialen und gesundheitsbezogenen Dienstleistungen könne die Digitalisierung „durchaus Freiräume für mehr direkten Kontakt zwischen Menschen schaffen“. Ver.di-Experte Holger Meuler warnte hingegen vor einer drastischen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, wenn man nicht aktiv gegensteuere. „Die Gestaltung der digitalisierten Welt muss den Erfordernissen einer hohen Qualität, Verlässlichkeit, Zugänglichkeit, Verfügbarkeit und demokratischer Kontrolle genügen“, meinte er.

Vertreter von Betriebs- und Personalräten berichteten, wie die Digitalisierung ihre  Arbeit prägt und wandelt. So hat sich der Filialbetrieb vieler Banken und Sparkassen durch das online-Banking bereits stark verändert. Der klassische Einzelhandel steht inzwischen in starker Konkurrenz zum digital gestützten Versandhandel. In der öffentlichen Verwaltung soll E-Governement die Leistungen für die Bürger verbessern, aber auch Kosten einsparen. Im Gesundheitswesen hat die Digitalisierung in der Diagnostik und bei chirurgischen Eingriffen einerseits zu großen  Behandlungsfortschritten geführt, andererseits wird der Einzug der digitalen Technologie in Krankenzimmer und Arztpraxen von vielen Menschen für den Verlust von Zuwendung und weniger soziale Interaktion verantwortlich gemacht. 

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