In der Reihe AK Thema "Innovationen sozial gestalten" fand am 8. Dezember 2016 im großen Saal der Arbeitskammer eine Veranstaltung zum Thema "Digitale und mobile Arbeit in der Dienstleistung" statt.

Holger Meuler (ver.di Bezirk Region Saar Trier) spannte in seinem Grußwort den thematischen Bogen entlang der Probleme und Ziele, die sich aus gewerkschaftlicher Sicht mit dem Thema verknüpfen. Vor allem das Problem  der Erreichbarkeit und darüber hinaus der Mobilisierbarkeit der in der (digitalen) Dienstleistungsbranche Beschäftigten rückte in den Fokus. Meuler nannte als zu diskutierende Leitfragen: "Gibt es einen Betriebsrat oder Personalrat in der Cloud? Wie läuft Mitbestimmung ab, wenn die Prozesse irgendwo auf entfernten Servern ablaufen ohne die Möglichkeit einzugreifen oder gar sie aufzuhalten? Wie läuft gewerkschaftliche Organisation und wie laufen dann Tarifauseinandersetzungen ab?"

Dr. Matthias Hoffmann von BEST entfaltete in seinem Referat den von Meuler gezogenen Bogen und wies auf den problematischen Zusammenhang hin, dass mittlerweile die Gesellschaft als solche in hohem Maße digitalisiert ist. Jeder nutzt in seinem Alltag täglich digitale Medien und Technick (Facebook, Google, Amazon, Smartphones usw.). Einer solchen Digitalisierung des Alltagslebens und damit dem selbstverständlichen Umgang digitaler Technik steht dann oft ein Betriebs- oder Personalrat relativ ohnmächtig gegenüber, wenn er für seine Mitarbeiter innerbetriebliche Regelungen durchsetzen will, die etwa den Einsatz von privaten Smartphones als digitalen Endgeräten in der Produktion oder die Schichtplanung über Whatsapp unterbinden oder einschränken sollen.

Andreas König stellte als wissenschaftlicher Mitarbeiter der ver.di Bundesverwaltung in Berlin das Projekt „prentimo“ vor. Dort sollen im Verbund mit wissenschaftlichen Partnern und Unternehmen mitbestimmungsrelevante Gestaltungsthemen mobiler Arbeit herausgearbeitet und Handlungsansätze für betriebliche Mitbestimmung und gewerkschaftliche Beratungspraxis entwickelt werden. An dem Projekt sind drei Unternehmenspartner beteiligt. ver.di verfolgt das Ziel, Praxisleitfäden für die Akteure der Mitbestimmung zu entwickeln und den Gestaltungswillen zu Themen mobiler Arbeit zu befördern, damit mobile Arbeit gute Arbeit ist und die Beschäftigten auf lange Sicht sicher und gesund ihrer Arbeit nachgehen können.

Ulrich Sekzinski-Treichel, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der STRABAG Property and Facility Services, stellte als Experte aus der Praxis eine ganz aktuell abgeschlossene Gesamtbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten vor, die neue Wege bei der Regelung "mobiler Arbeit" geht. 


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